13.08.2005 › Marianne Tritz gegen Blockade der Erneuerbaren Energien

 

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Elbe-Jeetzel-Zeitung 13.08.2005

Nein zu Gorleben, zu Wind und zu Biogas? MdB Marianne Tritz gegen Blockade der Erneuerbaren Energien lr Lüchow. "Es wird Zeit, dass diejenigen, die ihren Kampf gegen die Atomanlagen in Gorleben immer mit der Vorstellung einer anderen Art von Energiegewinnung und einer Alternative zum geplanten Industrialisierungmodell als Konzept der regionalen Entwicklung verbunden haben, sich in den aktuellen Konflikten in Lüchow-Dannenberg zu Wort melden". Das fordert Marianne Tritz, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen in einer Presseerklärung. Die Politikerin ist irritiert, dass sich bei einigen Atomkraftgegnern offenbar die Gewichte verschoben haben und sie nichts mehr dabei finden, Initiativen anzugehören, deren Sprecher die Windkraft für gefährlicher erklären als die Atomkraft - wie etwa im Lemgow. Ein ähnlicher Fall ist für Tritz auch der Konflikt um die Biogasanlage in Nemitz.

Die Abgeordnete erinnert, dass Atomkraftgegner nicht nur das erste Windrad errichteten, sondern auch für die erste Biogasanlage im Landkreis sorgten - als "Demonstration, als Symbol für eine Alternative" zur atomaren Energie. Daraus entwickelt habe sich Jahre später das vom Kreistag verabschiedete Konzept, wonach er eine vollständige Energieversorgung aus eigenen Quellen angestrebt wird. Tritz: "Dieses Konzept war Teil eines Selbstverständnisses einer ,bunten" Mehrheit." Tritz verweist außerdem darauf, dass Dörfer Orte zum Leben und Arbeiten seien, wobei das Arbeiten nicht nur in der stillen Stube stattfinde. Wer in ein Dorf ziehe, wisse vorher von den gewerblichen und landwirtschaftlichen Aktivitäten, die dort stattfinden. Auch die Notwendigkeit, dass sich die Betriebe entwickeln müssen, gehört zu den Vorkenntnissen eines jeden, der sich in einem Dorf niederlasse. Lüchow-Dannenberg, so Tritz, könne allein vom Fremdenverkehr nicht leben. Das wüssten sogar jene, die hauptberuflich vom Tourismus lebten.

Die Absage an die Atomenergie und die Kohlekraft lasse sich glaubwürdig nur vertreten, wenn die Potenziale der erneuerbaren Energien möglichst weitgehend genutzt werden, meint die Abgeordnete. Selbst dann wären noch erhebliche Anstrengungen bei Energieeinsparungen und bei der Effizienz nötig, um auf Atom und Kohle verzichten zu können. Das bestätigten alle Szenarien, auch die von atomkritischen Instituten. Daraus ergebe sich ein Anhaltspunkt für den Maßstab, der bei der Abwägung pro oder contra einer Anlage der erneuerbaren Energien anzulegen ist. Dass die Ablehnung einer Biogasanlage oder eines Windrades mit dem Hinweis auf angeblich unerschöpfliche andere alternative Energiequellenverbunden werde - etwa Solarstrom oder ein Strömungskraftwerk in der Elbe - seien nicht mehr als individuelle Fluchten, meint die Abgeordnete. Angesicht der hohen Arbeitslosigkeit in unserem strukturschwachen Gebiet könne der Umstand, dass sich mit Erneuerbaren Energien Geld verdienen lasse und Arbeitsplätze geschaffen werden, kaum als Makel angesehen werden. Selbstverständlich müsse auch bei Standorten für regenerative Energieerzeugung abgewogen werden, was sinnvoll, machbar und verträglich ist. Dazu werde geprüft. Es gebe Vorschriften für Lärmgrenzen und Umweltverträglicheitsprüfungen. Auch darüber gebe es Streit. "Aber wenn daraus eine Blockade der Erneuerbaren in Lüchow-Dannenberg wird, dann wird es Zeit, dass wir, die wir gegen Gorleben und Castor kämpfen, uns dagegen wehren", fordert Marianne Tritz.










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