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Rede Energiekonferenz |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
Lüchow-Dannenberg war - und ist es immer noch - eine von den Regionen, in der die heftigsten gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen der letzten 25 Jahre stattfanden. Es war die Auseinandersetzung um Energiegewinnung und ihre Folgen für die Menschen und die Umwelt. Es war und ist der Streit um die sog. friedliche Nutzung der Atomenergie.
Aber wie immer und überall: Da wo leidvolle Erfahrungen gemacht werden, entstehen kreative Ideen, und findige Menschen machen sich auf nach Lösungen zu suchen. Erinnern wir uns: Noch vor einigen Jahren wurden alle diejenigen als Spinner abgetan, die sich in den Kopf gesetzt hatten, Energie aus Sonne, Wind und Wasser herzustellen. Heute haben wir in der Bundesrepublik ein Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde bescheinigt, dass es möglich ist, eine gesamte Region auf 100 Prozent Energieversorgung durch Erneuerbare Energien umzustellen. Hartnäckige Menschen wie Dieter Schaarschmidt u.a. haben auf diesem Gebiet echte Pionierarbeit geleistet.
Aber für Veränderungen braucht man Bündnisse. Bündnisse zwischen Menschen die Visionen haben, Menschen die Ihre Fachkompetenz einbringen und Politik die den Rahmen schafft.
Die Bundesregierung hat in der letzten Legislaturperiode das Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien verabschiedet. Es hat sich zu einem wichtigen Instrument zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen entwickelt. Vorwiegend in strukturschwachen Regionen und im Mittelstand sind durch das EEG mittlerweile über 130.000 Arbeitsplätze entstanden. Bis zum Jahr 2020 sollen einige hunderttausende neue dazukommen. Die Investitionen in diesem Bereich sind trotz Wirtschaftsflaute stark angewachsen. Diese positive Entwicklung wollen wir fördern und weiter ausdehnen. Die Potentiale von Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit der Novelle des EEGs will die rot-grüne Bundesregierung eine moderne, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung weiter voran bringen.
Der Energiekollaps der USA im Sommer und die Engpässe in Südeuropa, haben die Schwierigkeiten und Verletzbarkeit überalterter, fossiler und nuklearer Kraftwerke aufgezeigt. In den nächsten 25 Jahren gehen ca. 40 Prozent unserer Kraftwerke wg. ihres Alters und des Atomausstieges vom Netz. Bis zum Jahr 2050 werden wir - wie übrigens alle Volkswirtschaften - nur international wettbewerbsfähig sein, wenn wir dann unseren Energiebedarf zu mind. 50 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf einen neuen Energiemix, bestehend aus drei Säulen: Den Ausbau Erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und die Energieeinsparung.
Mit der Fortschreibung des EEG sollen in Zukunft auch Bereiche, wie die Geothermie und die Bioenergien, besonders gestärkt werden, die in der Lage sind Grundlaststrom produzieren zu können. Wir haben aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt und wollen die Einspeisevergütungen, da wo es nötig ist erhöhen, zum Teil stärker differenzieren und an einigen Stellen senken. Die Degression - mit fortschreitender Zeit wird die Einspeisevergütung abgesenkt - wird durchgängig eingeführt. In Perspektive versprechen wir uns von diesen Maßnahmen, die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren Energien herzustellen und die EEG-Umlage für die Verbraucher zu senken.
Wer bereit ist in effiziente Technologien zu investieren, soll belohnt werden. Das betrifft die Entwicklung von Elektrogeräten sowie die von Großkraftwerken gleichermaßen. Durch die Einführung des Emmissionshandels schaffen wir einen besonderen Effiziensanreiz. Energieeinsparung und Klimaschutz bedeuten dann bares Geld, indem die Tonne CO-2 erstmals einen Preis erhält und als Ware gehandelt werden kann.
Die Dritte Säule des Energiemixes ist und bleibt der sparsame Umgang mit der Energie. Die Ökosteuer hat das Verbraucherverhalten deutlich beeinflusst. Die Novellierung der Energieeinsparverordnung und das Altbausanierungsprogramm haben sich bewährt. Diese Ansätze wollen wir ausbauen und um Komponenten wie Energie-Contracting, Förderung von Passivhäusern und Verbrauchskennzeichnungen ergänzen.
Wer geglaubt hat, der Weg der Energiewende sei ein Leichter, der wurde eines besseren belehrt. Wir müssen immer wieder um Mehrheiten und Kompromisse werben. Häufig gegen den Willen von Konzernen, die ihre Macht am Markt erhalten wollen. Aber auch gegen Kritiker, denen all das nicht reicht was wir auf den Weg bringen und gegen andere, denen das alles schon viel zu weit geht.
Wir lassen uns in der Politik nicht entmutigen und ich möchte Sie ermuntern es auch so zu halten. Wir wollen bis zum Jahre 2020 die Treibhausgase in Deutschland um 40 Prozent reduzieren, wir wollen unabhängig von großen Energiemonopolisten sein und auf ein höheres Maß an Versorgungssicherheit setzen, durch die gekoppelte Produktion von Wärme und Strom an vielen dezentralen Standorten. Wir haben die Chance, die Energiewende weiter voran zu treiben. Eine Energiewende, die effizient, sicher und umweltverträglich ist, neue Arbeitsplätze schafft und die weltweit Vorbildfunktion genießt. Die rot-grüne Bundesregierung setzt dabei auf Akteure vor Ort, die mit unternehmerischem Mut neue Konzepte entwickeln und sich damit am Markt behaupten.
Ich bin fest davon überzeugt, dass der von Ihnen eingeschlagene Weg der Richtige ist.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Verlauf für Ihre Konferenz und gutes Gelingen für Ihre Vorhaben!
Danke!
www.marianne-tritz.de
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