16.03.2005 › Alle Jahre wieder ... die Strompreiserhöhungen der Avacon

 

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Presseerklärung (auch als Leserbrief)

Alle Jahre wieder ... die Strompreiserhöhungen der Avacon sind so sicher wie die Festtage im Kirchenjahr. Immer wiederkehrend auch die Begründungen: der böse Staat nimmt uns zu viel weg und dann die erneuerbaren Energien, was die uns kosten! Diese Litanei durfte gerade erst wieder ein Avacon-Sprecher in der EJZ verbreiten.

Fragen wir doch mal nach: woher bezieht Avacon den angeblich teurer gewordenen Strom? Könnte es sich bei dem Lieferanten vielleicht um EON handeln, die Muttergesellschaft von Avacon? Wäre das dann derselbe Stromkonzern, der im vergangenen Jahr laut Bundesverband Erneuerbare Energien den höchsten Gewinn aller deutschen Unternehmen eingefahren hat? Der gerade erst wieder versucht hat, seine Monopolstellung beim Energiewirtschaftsgesetz absichern zu lassen, indem er seine Investitionen und die Körperschaftssteuer noch einmal extra auf die Netzentgelte aufschlagen wollte? Wo doch die in Deutschland von den Netzeigentümern kassierten Netzentgelte so hoch sind wie in kaum einem anderen europäischen Land und dafür sorgen, dass den Monopolisten keine Konkurrenz durch andere Stromanbieter entsteht. Wenn jemand nach Jobkillern sucht, dann könnte er hier leicht fündig werden. Es mag sein, dass man als Firmensprecher von Avacon über all das besser kein Wort verliert. Aber glatte Lügen zu verbreiten sollten wir als Verbraucher dennoch nicht durchgehen lassen.

Eine der immer wiederkehrenden Falschaussagen ist die Mär vom den hohen Stromkosten durch die erneuerbaren Energien. Ein Beispiel: die Umlage aus dem EEG-Gesetz wird nach Prognosen für das laufende Jahr berechnet. 2003 nahm die Stromwirtschaft auf Grund solcher Prognosen für die Windenergie den Stromkunden 500 Mio. Euro zu viel ab - weil es tatsächlich weniger Windenergie gab als vorhergesagt. Auf die Rückzahlung des zu viel kassierten Betrages warten wir noch heute. Seit 2000 wird jede Strompreiserhöhung mit den Mehrkosten aus den erneuerbaren Energien begründet. Wenn das zuträfe, müssten wir einen Ausbaustand der Regenerativen haben, der irgendwo bei 2020 läge. Als zweiter Grund für die Strompreiserhöhung wird der hohe Staatsanteil genannt. Der betrage 40 Prozent, sagt die Avacon. Das ist so ziemlich das einzige, was an dieser Argumentation stimmt. Denn dieser Staatsanteil ist so gut wie unverändert. Die Ökosteuer, die der Avacon-Sprecher natürlich nicht zu erwähnen vergisst, hat ihre letzte Erhöhungsstufe 2002 hinter sich gebracht. Wie sie dennoch im Jahre 2005 als Grund für eine Strompreiserhöhung herhalten kann, bleibt Avacon-Geheimnis. In dem Staatsanteil sind im übrigen Konzessionsabgaben, Mehrwertsteuer und anderes, was der Avacon-Sprecher einzeln aufführte, bereits enthalten.

Der wahre Grund für die hohen Strompreise sind die exorbitanten Netzentgelte für den Transport und die Verteilung des Stroms. Dieses Entgelt kassiert niemand anders als die Stromwirtschaft selbst. Es wird weder in erneuerbare Energien gesteckt noch landet es im Staatshaushalt. Damit werden die Investitionen in England, USA und Osteuropa finanziert. Die Investitionen ins deutsche Stomnetz, wofür die Entgelte eigentlich gedacht sind, gehen dagegen ständig zurück. Aber mit der Arroganz der wirtschaftlichen Macht werden wir auch bei der nächsten Strompreiserhöhung wieder etwas vom bösen Staat und den erneuerbaren Energien zu lesen bekommen. Hoffentlich hat bis dahin die Einführung einer Netzentgelt-Kontrollbehörde, die jetzt beschlossen wurde, ihre Wirkung.




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