11.11.2004 › Strukturdebatte zur Verwaltung in Lüchow-Dannenberg

 

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Presseerklärung zur Debatte um eine Veränderung der Verwaltungsstruktur in Lüchow-Dannenberg

Als eine überfällige, dennoch in ihrer Dramatik überraschende Debatte bezeichnet die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Marianne Tritz, die aktuelle Diskussion um eine Veränderung der Verwaltungsstruktur in Lüchow-Dannenberg. In vielen Städten und Gemeinden werden seit zwanzig Jahren rote Zahlen geschrieben, im Landkreis seit zehn. Schon diese Zeitdauer zeigt, dass kurzatmige parteipolitisch gefärbte Schuldzuweisungen dem Problem nicht gerecht werden. Deutlich wird aber auch, dass dies keine Dauersituation sein kann. Was erträglich erschien, so lange aus der Landeskasse großzügig Defizite abgedeckt wurden, ist seit über zehn Jahren unhaltbar.

Niemand sollte sich täuschen: Die Lage der kommunalen Finanzen ist nicht die Folge einer vorübergehenden konjunkturellen wirtschaftlichen Schwäche und könnte beim nächsten Aufschwung grundlegend verändert werden. Was sich hier und anderswo zeigt, sind die Auswirkungen einer Dauerbelastung der öffentlichen Haushalte. Eine vor zwanzig Jahren begonnene und heute auf hohem Niveau feststehende Arbeitslosigkeit und die Finanzierung der deutschen Einheit sind unter unveränderten Voraussetzungen von der öffentlichen Hand nicht mehr zu kompensieren. Diese Einsicht hat weder etwas mit Vorbehalten gegen die Wiedervereinigung noch mit Schuldzuweisungen an die Arbeitslosen zu tun. Es heißt nur, dass nicht mehr alles gleichzeitig und gleichermaßen bezahlbar ist.

Die Debatte um eine Änderung von Verwaltungsstrukturen wird nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten bisher als Diskussion um Verzichte geführt. Die sind sicherlich unvermeidlich. Aber die Situation ist auch eine Chance, sich darüber zu verständigen, was uns an unserem Gemeinwesen wichtig ist und wie wir es künftig organisiert sehen wollen. Marianne Tritz begrüßt die Entscheidung des Kreistages, Lösungen ohne Vorfestlegungen prüfen zu wollen Allerdings ist jede Prüfung nur so gut wie die Kriterien, die sie anlegt. Drei Kriterien sollten nach Ansicht der Budnestagsabgeordneten erfüllt werden:

- ausreichende Senkung der Defizite
- die Erreichbarkeit von Verwaltung sichern und die Ausübung von ehrenamtlichen Tätigkeit fördern
- den Landstrich zwischen Elbe und Jeetzel, der heute Landkreis Lüchow-Dannenberg heißt, in seiner Einheit erhalten.




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