08.08.2004 › Veränderungssperre zu Gorleben

 

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Leserbrief an die Elbe-Jeetzel-Zeitung

Das Sommerloch ist offenbar die Zeit der fehlgeleiteten Aufregung und Empörung. Zu den landesweit skandalisierten Themen hat sich Lüchow-Dannenberg nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten Marianne Tritz noch ein eigenes geschaffen: die Verordnung über eine Veränderungssperre für den Salzstock Gorleben. Allerdings führt die Aufregung nach Meinung der Abgeordneten zu nichts. Es helfe niemandem, wenn sich wieder einmal eine Empörung als inszeniert herausstelle. Beim nächsten Grund, der eine wirkliche Aufregung wert wäre, hört niemand mehr hin.

Enttäuschend, da ist Detlef Appel nach Ansicht von Tritz zuzustimmen, ist der Zeitpunkt dieser Veränderungssperre. Es wäre besser gewesen, das BMU hätte sie an einen Fortschritt bei einer neuen Endlagersuche gekoppelt. Dann wäre auch die von Appel zu Recht beklagte Sonderstellung Gorlebens nicht entstanden, dass nur hier eine Veränderungssperre ausgesprochen wird. Wenn in einem weiteren Schritt einer neuen Standortsuche eine erste Vorauswahl möglicher anderer Standorte getroffen worden wäre, dann hätte für alle diese die gleiche Sperre gegolten. So weit ist die Ablehnung der angekündigten Verordnung verständlich.

Warum die BI allerdings so empört reagiert, ist nicht nachvollziehbar. Sie hat den gesamten AKEnd-Prozess ohnehin als Alibiveranstaltung bezeichnet. Jeder Fortschritt bei einer Standortsuche müsste sie danach eigentlich enttäuschen.

In Wirklichkeit weiß jeder, dass es nur über den vom AKEnd vorgeschlagenen Weg zur Suche nach einem geeigneten Endlager-Standort kommen kann. Das BMU hat wiederholt ein entsprechendes Gesetz in dieser Legislaturperiode angekündigt. Damit das möglich ist, sollte ein Gesetzentwurf spätestens Anfang 2005 vorliegen. Dafür müssen vorher ausreichende Mehrheiten organisiert werden, zum Beispiel die Zustimmung aus anderen Bundesländern. Dass es die geben wird, kann niemand garantieren. Aber an einer entsprechenden öffentlichen Meinung mitzuarbeiten, wäre auch den Bürgerinitiativen möglich. Es wäre zwar schwieriger, der Erfolg unsicherer, als nur immer wieder das Scheitern vorauszusagen. Aber schön wäre es doch, wenn auch die Bürgerinitiativen über ihre Netzwerke mithelfen würden, eine neue Standortsuche auf den Weg zu bringen. Notwendig wäre es auf jeden Fall, denn die Widerstände dagegen sind außerhalb Lüchow-Dannenbergs groß.




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