06.01.2004 › Strompreiserhöhung

 

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Erneuerbare Energien nicht schuld

Den Stromkunden stehen in diesem Jahr die von der Energiewirtschaft angekündigten höheren Strompreise ins Haus. Nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten von Bündnis90/die Grünen, Marianne Tritz, war zu erwarten, daß dieser selbst geschaffene Preisanstieg von den Stromversorgern als Argument gegen eine ökologische Steuerpolitik und gegen erneuerbare Energiequellen genutzt wird. Auf ihrer Seite haben die Stromkonzerne dabei Zusammenschlüsse von Bürgern, die gegen Windkraftanlagen protestieren, wie sich zur Jahreswende auch in der EJZ zeigte.

Bemerkenswert, dass gerade die Avacon als regionaler Stromversorger sich mit solchen Schuldzuweisungen zurückhält - wo doch im Gebiet der Avacon überdurchschnittlich viele Windräder stehen. Das zeigt, das die vorgeschobenen Gründe für die höheren Strompreise nicht die wirklichen sind. Nicht Ökosteuer oder erneuerbare Energien erhöhen den Strompreis, sondern die Marktbeherrschung der Stromkonzerne, meint die Bundestagsabgeordnete. Während die Konzerne über die Kostenbelastung durch neue Energien klagen, wachsen ihre Gewinne, um 33 Prozent bei Eon, um 28 Prozent bei RWE. Die Aktien der Stromproduzenten sind Börsenrenner. Die Zahlen belegen, dass Energie aus Wind, Wasser und Sonne nicht der Grund für die höheren Strompreise sind. Im vergangenen Jahr betrug die Umlage zugunsten der Regenerativen gerade mal 0,31 Cent je Kilowattstunde.

Kassiert haben die Hersteller jedoch 0,46 Cent je kWh. Die Kosten für die Netzdurchleitung liegen nach Studien unabhängiger Institute bei 4 Cent je kWh. Doch Anbieter von Grünstrom müssen den Leitungsbesitzern, die im Wesentlichen mit den Stromkonzernen identisch sind, 6,7 Cent bezahlen. Tritz schließt sich deshalb der Kritik der Verbraucherverbände an der Preispolitik der Stromkonzerne an. Als "trübe Funzel" hat der Bund der Energieverbraucher den Versuch bezeichnet, die Regenerativen zum Sündenbock zu machen.

Es sei höchste Zeit, ein Versäumnis der Liberalisierung zu beheben, meint Tritz. In diesem Jahr wird eine Wettbewerbsbehörde ihreTätigkeit aufnehmen. Sie soll den freien Zugang zum Netz überwachen und für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Das war entgegen einer Forderung von Bündnis90/Die Grünen vor vier Jahren versäumt worden und wird jetzt nach einer Vorgabe der EU nachgeholt. Doch vorher wollen die EVU noch einmal groß abkassieren, erklärt die Bundestagsabgeordnete. Mit den Erneuerbaren hat das nichts zu tun.














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