|
13.11.2003 › Aus für AKW Stade |
|||
|
Es ist schade, dass die Bürgerinitiative sich nicht über das Abschalten des AKW Stade freuen mag. Schade, dass sie wieder einen ihrer Erfolge nur als Niederlage begreift. Es sei kein Ausstieg, der da mit dem Abschalten von Stade beginne, sagen BI-Sprecher. Denn das passiere nur aus wirtschaftlichen Gründen. Die BI wusste es schon einmal besser. Es ist zwar richtig, dass sich für die Stromkonzerne der Neubau von AKW unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht lohnt. Dafür um so mehr der Weiterbetrieb der alten Anlagen. Denn die sind abgeschrieben und produzieren Gewinne. Es sei denn, sie müssten technisch nachgerüstet werden. Genau das aber hat das Bundesumweltministerium mit dem Konsens vorgelegt: den Zeitplan für die Prüfung des technischen Standards der Anlagen. Wenn es also wirtschaftliche Gründe wären, die in Stade greifen, dann läge das auch an der Ausstiegsvereinbarung.
Aber auch der zweite, heute noch richtige Teil der BI-Behauptung sollte nicht als so sicher
angenommen werden. Denn auch die Bedingungen für den Neubau ließen sich ändern, wenn es politisch gewollt wäre. Kleinere, schneller abgeschriebene Anlagen zum Beispiel. Im übrigen würden die Stromkonzerne natürlich nie zugeben, dass sie ein Werk aus anderen als wirtschaftlichen Gründen aufgeben. Das sind sie schon ihren Aktionären schuldig. So, wie die BI in Sachen Stade argumentiert, wäre folgendes Szenario vorstellbar: die EVUs schalten ein AKW nach dem anderen aus wirtschaftlichen Gründen ab. Nachdem das letzte stillgelegt ist, beklagt sich die BI, dass es kein Ausstieg war. Wäre es da nicht besser, die Erfolge gemeinsam zu feiern, wie sie fallen, am vergangenen Wochenende beim Castor, in den nächsten Tagen in Stade?
|
|
||