08.09.2003 › Leserbrief zu Streit um Windenergie

 

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Im Wendland zieht das politische Biedermeier ein

Eigentlich hätte es mit dem ziemlich abwegigen Kommentar von EJZ-Kommentator Boick zur Ausschusssitzung über Windenergie-Standorte sein Bewenden haben können. Doch die Propagandisten des Untergangs geben sich nicht zufrieden. Ihnen ist es schon zu viel, wenn in Lüchow-Dannenberg ganze zwei Windvorrangstandorte ausgewiesen werden sollen. Es waren einmal achtzehn, dann dreizehn, dann acht. Jetzt also zwei. Und auch darüber jammern sie, als hätte jemand vor, den Landkreis auzustatten wie einige Gebiete an der Nordsee. Davon war nie die Rede - und das wissen sie. Schon beim ersten Anlauf hatte der Kreis eine erste Abwägung vorgenommen, wo denn solche Anlagen einerseits wegen der Windverhältnisse überhaupt möglich wären, andererseits aber auch am wenigsten störend sein würden. Diese Abwägungen sind nötig. Aber sie sind bei den vorgeblichen Heimat- und Naturschützern, die jetzt das große Wort führen, gar nicht mehr gewollt. Dreht sich auch nur ein Windrad am Horizont, spüren sie den Zivilisationsschock, erleiden Depressionen. Da werden selbst kluge Köpfe zu wütenden Stammtischlern. Es gibt kein Argument, dass ihnen zu dumm wäre bei ihrer Aversion gegen die Windräder. EJZ-Kommentator Boick hat es vorgemacht: selbstverständlich weiß er, daß es für die Mitwirkung von Politikern rechtliche Vorschriften gibt. Doch das reicht ihm nicht. Am Besten wäre es, alle diejenigen, die pro Windenergie sind, dürften überhaupt nicht mehr abstimmen, wenn es um Windvorrangstandorte geht, nicht wahr? Naturschutz war einmal eine politische Angelegenheit, für eine kurze Zeit. Jetzt ist er wieder in seine reaktionären Ausgangspositionen zurückgekehrt. Im Wendland ist das politische Biedermeier eingezogen.

Anm.: Es ging um die Anzahl von Standorten in Naturparks




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